Fünf Dinge, die Sie von der Taichung Bike Week 2025 erwarten können


Vom 16. bis 19. September 2025 kommen Produktmanager, OEMs, Komponentenlieferanten und Branchenführer für vier intensive Tage zu Treffen, Diskussionen und Einblicken in Taichung zusammen. Anders als die großen, endverbraucherorientierten Messen bleibt die Taichung Bike Week eine reine Business-to-Business-Veranstaltung: keine auffälligen Messestände, kein Showmanship – nur die Branche, die über ihre Geschäfte spricht. Und dieses Jahr wird es viel zu besprechen geben.

1. Die anhaltende Erholung der Fahrradindustrie

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Das Wort „Erholung“ ist seit Jahren in aller Munde, doch die jüngsten Zahlen haben nicht das rosige Bild gezeichnet, auf das viele gehofft hatten. Sowohl die Marktdaten des Taiwan Bicycle Association als auch die Quartalsberichte der börsennotierten Fahrradunternehmen haben gezeigt, dass die Verkäufe weiterhin unter Druck stehen. Die Lagerbestände schrumpfen zwar, aber nicht schnell genug. In bestimmten Segmenten nimmt die Nachfrage der Verbraucher zu, insbesondere bei E-Bikes und Performance-Modellen; dennoch bleibt die allgemeine Dynamik hinter den Erwartungen zurück.

In Taichung wird die große Frage lauten: Wie lange wird diese Erholung dauern? Für Marken, Lieferanten und Distributoren entscheidet dies darüber, wie stark sie kurzfristig in Innovation, Produktion und Marketing investieren sollten. Gespräche in Hotellobbys und Besprechungszimmern werden sich wahrscheinlich darauf konzentrieren, einen ausgewogenen, vorsichtigen Optimismus mit den realen Marktgegebenheiten zu verbinden. Viele Branchenteilnehmer werden nach Anzeichen suchen, dass das Jahr 2026 endlich die lang ersehnte Trendwende bringen könnte.

2. Handelskonflikte und Zollunsicherheit

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Globale Lieferketten bleiben anfällig, und Zölle stehen erneut im Mittelpunkt der strategischen Planung. Für taiwanische Lieferanten birgt die Unsicherheit bezüglich der US-Zölle sowohl Risiken als auch Chancen. Einerseits verlangsamen höhere Kosten und mangelnde Planungssicherheit die internationale Expansion.

Andererseits könnte Taiwans Ruf für Zuverlässigkeit und Qualität es zu einem noch wichtigeren Beschaffungsziel machen, falls andere Märkte ins Wanken geraten. Erwarten Sie lebhafte Diskussionen über Diversifizierungsstrategien: Bleiben Sie Taiwan treu, erkunden Sie Südostasien oder verlagern Sie den Fokus sogar nach Europa? Taichung wird der Ort sein, an dem viele dieser Gespräche Gestalt annehmen.

3. E-Bike-Vorschriften in Europa

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Europa bleibt weiterhin der Motor des globalen E-Bike-Booms, doch die Spielregeln könnten sich bald ändern. Das EPAC-Rahmenwerk (Elektrisch unterstützte Fahrräder), Wattage-Beschränkungen sowie die Klassifizierung von höhergeschwindigen Modellen stehen derzeit unter strenger Prüfung durch europäische politische Entscheidungsträger.

Für OEMs und Zulieferer ist dies mehr als nur ein bürokratischer Kopfschmerz. Die Vorschriften beeinflussen direkt die Motorkonstruktion, die Batterieintegration und die Sicherheitsstandards – im Wesentlichen die Grundbausteine des E-Bike-Geschäfts. Da die EU mögliche Anpassungen erwägt, müssen sich die Hersteller auf unterschiedliche Szenarien vorbereiten. Auf der Taichung Bike Week werden Insider genau hinschauen, um zu hören, wie die Marken ihre F&E- und Produkt-Roadmaps anpassen.

4. 32-Zoll-Räder – Vom Nischenprodukt zum neuen Standard?

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Eines der technischeren, aber nicht weniger bedeutenden Themen auf der Tagesordnung ist der potenzielle Aufstieg von 32-Zoll-Rädern. Lange Zeit als Kuriosität für bestimmte Nischen angesehen, gewinnt die Idee an Bedeutung, da Ingenieure und Designer nach neuen Leistungsvorteilen in Bezug auf Komfort, Rollwirkungsgrad und Handling suchen.

Allerdings ist die Einführung eines neuen Radstandards keine kleine Leistung. Sie betrifft Achsabmessungen, Rahmengeometrien, Fahrwerksdesign sowie die Kompatibilität mit bestehenden Komponenten. Für OEMs bedeutet die Einführung von 32-Zoll-Rädern, mehrere Lieferketten zu koordinieren – ein kostspieliger und zeitaufwändiger Prozess. Die Taichung Bike Week wird einen Einblick geben, ob 32 Zoll genügend Schwung hat, um zum Mainstream-Standard zu werden, oder ob es weiterhin ein Experiment für ausgewählte Anwendungen bleiben wird.

5. Relevanz der Taichung Bike Week für internationale Besucher

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Taichung hingegen nimmt eine einzigartige Position ein. Anders als bei größeren Messen geht es hier nicht um Ausstellungshallen oder Marketingaufsehen – vielmehr dreht sich alles um direkte, effiziente Treffen hinter verschlossenen Türen mit der Lieferbasis, die die Fahrradindustrie am Laufen hält. Für europäische Marken hat sich die Reise traditionell gelohnt, da die hier getroffenen Entscheidungen Monate später unmittelbar die Produkteinführungen beeinflussen.

Über die technischen und regulatorischen Fragen hinaus stellt sich eine grundlegendere Frage: Wie relevant wird die Taichung Bike Week für internationale Besucher, insbesondere aus Europa, bleiben? Andere Messen verzeichnen bereits rückläufige Zahlen an ausländischen Teilnehmern. Steigende Reisekosten, knappere Budgets sowie die Möglichkeit, zumindest einen Teil der Geschäftstätigkeit digital abzuwickeln, haben einige Unternehmen dazu gebracht, zu hinterfragen, ob sich internationale Reisen überhaupt noch lohnen.

Dennoch werden angesichts der anhaltenden Kostendruck und der unsicheren Marktaussichten einige fragen, ob dieselben Ergebnisse auch mit weniger Flügen erzielt werden können. Die Besucherzahlen im Jahr 2025 werden ein starker Indikator dafür sein, ob Taichung seine Rolle als Entwicklungsstandort für die globale Branche behaupten kann – oder ob die Anziehungskraft der Messe allmählich nachlässt.